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Gute Führungskraft – neue Verantwortung und ihre Grenzen

Zunehmend wird das Thema „Mental Health“ in der Businesswelt wichtiger. Themen, die Mitarbeitende tagtäglich mitbringen, beeinflussen ihre Arbeit, Entscheidungen und ihr Leistungsniveau extrem. Es kommt hier eine ganz neue Verantwortung auf Führungskräfte zu. Wer fängt Fehlleistungen und Fehlentwicklungen auf? Wer kann die Verantwortung übernehmen, dass dennoch die Zielvorgaben und Qualität gehalten werden? Und wo endet die Verantwortung? Wo sind ihre Grenzen?



Private Probleme und Krisen halten in den Unternehmen umfangreich Einzug. Wegschauen, ignorieren und einfach weitermachen ist schwierig. Genau hier müssen Führungskräfte zunehmend sensibilisiert sein, müssen erkennen können, wo das einzelne Teammitglied steht und im Zweifel die Hand heben und um Unterstützung bitten.


 

Denn, was auch klar ist, eine Führungskraft ist kein Therapeut und kann auch nicht zu diesem mutieren. Hier werden oft aber auch Grenzen überschritten – persönlich aber auch kompetenzbezogen.

 

Umfangreiche Persönlichkeitsschulungen für die nötige Sensibilisierung und Achtsamkeit, dass überhaupt erkannt werden kann, dass psychische Probleme oder auch eine tiefere Krise vorliegen, sind unabdingbar.


Auswirkungen auf die Arbeitswelt

Wir sehen es ja allerorten und wissenschaftliche Studien belegen es mittlerweile, dass die chronischen Erkrankungen, Burn-out, Depressionen, gesundheitliche Fehlentwicklungen zu extremen Ausfällen, Krankheitsraten und großen wirtschaftlichen Konsequenzen führen. Denn, die Mitarbeitenden sind nicht mehr zu 100% bis gar nicht einsatzfähig, die Leistung und ihr Umfang lassen natürlich dadurch nach und die Kosten für das Unternehmen laufen in der Regel erstmal weiter.


Ist es also sinnvoll, seine Teams Sprint-Geschwindigkeit laufen zu lassen, wissentlich, dass es sich eigentlich um einen Marathon handelt? Machen wir damit unsere Mitarbeitenden bewusst „kaputt“?


Phänomen Home Office – Förderer der Distanz und Gegner des Teambuildings

Leider hat die Flexibilisierung der Arbeitswelt dazu beigetragen, dass genau diese Basis des Miteinanders, füreinander Einstehens, der Verbundenheit zunehmend bröckelt. Der Einzelne findet sich überwiegend räumlich distanziert, alleine in seinen vier Wänden mit all seinen Themen konfrontiert. Sehr schwierig für eine Führungskraft, in dieser Situation zu erkennen, wo der einzelne Mitarbeitende geradesteht, was ihn umtreibt und welche Gefühlslage vorherrscht.


Es geht nicht um Therapie, sondern darum, den Menschen als Ganzes zu sehen. Er ist keine Arbeitsmaschine, sondern ein Wesen mit vielen unterschiedlichen Ebenen und einer Komplexität, die ihren Raum braucht.


Eigene Grenzen erkennen

Richtiges Zuhören ist zunächst der erste Schritt. Hier kann oftmals schon eine Überforderung bei der Führungskraft ausgelöst werden. Diese kann durch eigene Blockaden erwachen, durch den Druck des eigenen engen Zeitplans, der in der Regel keinen Raum für Zwischenmenschliches und schon gar nicht Schweres vorsieht, der Erfolgsdruck sowie die Versagensangst, etwas lösen zu müssen, was außerhalb der eigenen Kompetenzen liegt. Viele Emotionen können getriggert werden, so dass Führungskräfte in den „fight-flight-freeze-fawn-Modus“ gehen. Alles menschlich und absolut normal, aber für die Situation nicht förderlich.


Professionalität vs. Empathie

Doch wie bekommt man den Spagat zwischen professionellem Verhalten und empathischer Unterstützung hin. Denn de facto ist in solchen Situation die große Chance, echte Verbundenheit in der Beziehung entstehen zu lassen. Das Team wachsen zu lassen und gegenseitiges Vertrauen aufzubauen.


 

Der Umgang mit psychischen Problemen ist zwischen den Generationen sehr unterschiedlich. Auch hier treffen Welten aufeinander.

 

Die Generation X und Y ist noch so erzogen worden, dass diese negiert, nicht angesprochen und schon gar nicht offen gezeigt werden. Es war eine Schwäche und damit ein großes Tabu, psychisch instabil zu sein. Wir waren stark, unbezwungen und trotzten jedweden Gefühlsregungen, die es durchaus gab. Doch die jungen Generationen haben eine andere Beziehung zu sich und ihrer Gefühlswelten. Unser Bewusstsein hat sich stark erweitert, manchmal vielleicht auch ein wenig überdosiert, aber wesentlich offener Ängsten, Störungen und Traumata gegenüber.


Dies lässt sich nicht mehr wegdiskutieren und wir müssen neue Wege finden, wie wir mit diesen Themen auch in der Businesswelt umgehen.


Erste Reaktionsmöglichkeiten

Was also wäre zu tun, wenn eine Führungskraft spürt, dass ein Mitarbeitender in Schwierigkeiten gekommen ist?


Am besten ist es natürlich präventiv bereits ein gutes, sicheres und vertrauensvolles Umfeld im Team aufgebaut zu haben. Dieses gewährleistet, dass sich die Teammitglieder sicher genug fühlen, sich bei Problemen – egal, welcher Natur - zu öffnen. Nur so kann die Führungskraft sicherstellen, dass die Wahrheit gesprochen wird. Dies darf geschehen, wenn die Teammitglieder die Erfahrung machen durften, dass unabhängig davon, was gemeinsam geteilt wird, Unterstützung, Empathie und Wohlwollen die Antwort sind. Somit gibt der sichere Raum die Möglichkeit, über alles zu reden, was einen bewegt, besorgt oder auch verängstigt. Offene, klare Worte bringen soviel Kraft, Stärke und Weisheit.


Somit eines der wichtigsten und wertvollsten Merkmale für ein solides, verbundenes und ermächtigendes Team und eine ihm vorstehende, tolle Führungskraft.


Zuhören ist das A und O, aber das „richtige“ Zuhören.


Eine weitere Option ist es, einen entsprechenden Coach mit an Bord zu holen, der sich den Betroffenen annimmt, Erste Hilfe leistet und ggf weitere professionelle Hilfe hinzuzieht. Dies führt dazu, dass sich Mitarbeitende gesehen fühlen und die Führungskraft entlastet ist.


 

Einzel- oder Führungskräfteschulungen, die auf herausfordernde Gespräche aber auch Grenzen der Fürsorgepflicht vorbereiten und den Einzelnen Sicherheit im Miteinander geben.

 

Ausblick

Es ist weder das Ziel noch die Lösung, aus der Führungskraft einen Rundum-Allrounder zu machen. Die Führungskraft hat enorme neue Aufgabenfelder in den letzten Jahren zusätzlich auf den Tisch bekommen, so dass sie nicht selten auch eher Betroffene denn Problemlöser ist. Wie soll eine mental-instabile Person einer mental-instabilen Person helfen? Deshalb ist es umso wichtiger, Spezialisten insbesondere für mentale Gesundheit und psychischer Unterstützung hinzuziehen. Die Effekte auf die betroffene Person, die Führungskraft, das Team und natürlich das Unternehmen werden direkt spürbar sein.




Coaching kann hier die ideale Unterstützung an allen Fronten sein und zu einer Stabilität und erhöhten mentalen Gesundheit im Team sein. Es bedarf Mut, Kreativität, Stärke und ausreichend Motivation, sich Veränderungen zu stellen – für alle Betroffenen. Eine mitfühlende und erfahrene Begleitung führt zu einer stabilen Persönlichkeitsentwicklung, Stressabbau, Aufbau von notwendigen Kompetenzen und mehr Souveränität und innere Stabilität.

 

Coaching kann dich und dein Wachstum in jeder der Phasen zielgerichtet unterstützenintern im Unternehmen oder auch privat persönlich. In einem klärenden Kennenlerngespräch wird ein modulartiges Konzept erarbeitet, welchesdich und dein Projekt optimal begleitet und individuell unterstützt.

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Nicole Dildei Coaching nd@nicole-dildei-coaching.com

+49 157 58 267 427



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