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Menschlichkeit im Job – ein neuer Trend?

Der Titel soll bewusst ein wenig aufstoßen, denn wäre es nicht wünschenswert, sich im Berufsumfeld nicht mehr so anstrengen und verstellen zu müssen? Immer noch sind zu viele Menschen der Meinung, wie man sich im Beruf zu verhalten hat, was gefordert ist und unbedingt geleistet werden soll. Wir brauchen mehr Menschlichkeit gerade im Job!


Hier wird Druck von oben nach unten abgeleitet, Aufgaben nach gut Dünken oder Sym- bzw. Antipathien verteilt und am Ende, kurz vor Zielerreichung, gerne auch nochmal das Ziel verschoben.



Folgen des gegenwärtigen Umgangs miteinander

So herrscht vielerorts eine Atmosphäre der Unmenschlichkeit, die es den Beteiligten schwer macht, aus dieser Struktur auszubrechen.


Als kurz- bis mittelfristige Folge erhöhen sich die Krankenstände und Mitarbeiterfluktuation rasant, die Performance sinkt und die Kosten steigen. Halleluja!


Je heftiger die Konsequenzen und spürbaren Auswirkungen werden, desto größer wird der Druck und das Ganze endet in einer teuflischen Abwärtsspirale. Am Ende wird alles einem Restrukturierungsprozess zugefügt und der Frust steigt.

 


Bedeutung der Menschlichkeit

Was wäre also, wenn die Menschlichkeit wieder Einzug halten würde? Was wäre denn unsere Ängste? Dass wir die Kontrolle abgeben, die wir nicht haben? Oder dass die Performance darunter leiden würde, die es längst schon tut? Oder wir als Mensch enttarnt werden mit echten Gefühlen, Sorgen, Nöten und Potentialen?


Sind wir mal ganz ehrlich – welche Menschen faszinieren uns – in der Regel - am meisten? Sind es nicht diejenigen, die etwas zu berichten haben? Die Erfahrungen gesammelt haben, ihre Geschichten, Gefühle und Ängste teilen? Die uns ihr wahres Gesicht zeigen und dadurch so charismatisch und anziehend wirken? Die uns mit ihrem Mut, ihrer Durchsetzungskraft und ihrem Überlebenswillen Hoffnung und Trost spenden und uns ermutigen, weiterzumachen, dabeizubleiben und den Sinn wieder zu erkennen?

 

 

Warum um alles in der Welt, versuchen wir dann genau diese Seiten von uns, die uns als Mensch ausmachen, in der Öffentlichkeit zu verstecken? Versuchen dem Druck standzuhalten, obwohl wir nicht nur anderer Meinung sind, sondern auch eine bessere Lösung im Gepäck hätten? Spielen das ein oder andere Theaterstück anderen zuliebe mit, um uns dann zu Hause schlecht zu fühlen und uns nicht mehr zu spüren.

 


Was heißt es denn menschlich zu sein?

Geht es nicht darum, gütiger mit sich und anderen zu sein? Empathie zu leben, sich einfühlen zu können, zu unterstützen, zu begleiten und sich selbst nicht nur zu zeigen, sondern auch die eigenen Gefühle zu zulassen. Insbesondere aber auch zu den eigenen Schwächen zu stehen, zu erkennen, was mache ich gut und wo habe ich Nachholbedarf. Es geht um Offenheit und Ehrlichkeit, um Moral und Ethik, Selbstbewusstsein und Reflektionsfähigkeit.


Stelle dir öfter mal die Fragen:

  • Bin ich als Führungskraft in der Lage, Konflikte gut für alle zu klären?

  • Oder liegen meine Kompetenzen eher in anderen Bereichen?

  • Bin ich präsent, ansprechbar, für andere da?

  • Fühlen sich andere in meinem Umfeld mit mir wohl?

  • Habe ich gute und stabile Beziehungen?


 

Kritikfähigkeit und Reue

Ein wichtiges Thema ist u.a. auch die Kritikfähigkeit, wenn die Stimmung nicht nur positiv ist, sondern auch mal ein rauerer Wind weht. Beispielsweise bei gemachten Fehlern – ist die Tendenz eher, mich rauszureden, oder kann ich klar dazu stehen und Verantwortung übernehmen, Flanke zeigen und damit Stärke und Selbstvertrauen signalisieren.


  • Wie gehe ich mit Situationen um, die ich bereue und meine Entscheidung rückblickend kritisch in Frage stelle?

  • Gelingt es mir, aus unangenehmen Gefühlen und Perspektiven auszusteigen und die Potentiale und Kräfte in diesen Situationen zu erkennen?

  • Was brauche ich dafür?


Es ist gerade unter dem Aspekt der Menschlichkeit unabdingbar, seine Gefühle zuzulassen und zu zeigen. Denn nur hierdurch kann Veränderung und Wandel geschehen. Mit runtergelassenem Visier und einer Art Dauerschutz kann keine Verbindung mit anderen entstehen und mein Umfeld wird ebenfalls das Visier – prophylaktisch und sicherheitshalber – herunterlassen.

 


Der Umgang mit den Gefühlen

Denn woher kommen unsere Beurteilungen der Gefühle? Wer sagt denn, dass Angst oder Wut etwas Schlechtes ist? Zunächst einmal ist es ein Gefühl, das ich gerade habe. Nicht mehr und nicht weniger. Der ungesunde Umgang damit macht es zu etwas „Schlechtem“. Wenn ich neutral bleibe, es mir anschaue, beobachte, annehme und zulasse, ist es bereits nach wenigen Minuten verschwunden – um genau zu sein, nach bereits 90 Sekunden.


Und es zeigt mir die Verbundenheit mit anderen, macht mich nahbar und zeigt mich verwundbar. Menschen fühlen sich in der Ehrlichkeit und Gefühligkeit viel näher als in Business-Situationen, die nach Plan ablaufen. Zu sehen, dass es anderen gleich geht wie dir selbst, bringt die Nähe zueinander.


Und es zeigt den anderen die eigene Verletzlichkeit, Fehler und auch Schwächen im Umgang mit uns selbst. Wenn wir mit uns hart umgehen, zeugt das nicht von einer hohen Selbstachtung. Das tut nicht nur uns weh, sondern auch denen, die zuschauen. Unser Glaube, dass eine vernichtende Selbstkritik uns zu höherer Leistung anspornt und uns durchhalten und besser werden lässt, ist ein Trugschluss. Denn nur das Mitgefühl für uns selbst führt uns zu Höchstleistungen.


Wir können aus Kritik sehr viel lernen, wenn wir sie als Beobachter wahrnehmen, analysieren und klug mit den Ergebnissen umgehen, sie für uns nutzen und daran wachsen. Es geht jedoch darum, sich damit offen und ehrlich auseinanderzusetzen. Und sie nicht abzutun, aber sich auch nicht jeden Schuh anzuziehen. Kritik bedroht unsere wichtigsten psychologischen Grundbedürfnisse – Sicherheit und Wertschätzung. Und so flüchten wir uns oft in unsere Stressreaktionen, die uns leider nicht wachsen lassen und keinerlei weitere Erkenntnis bescheren.

 


Fazit

Menschlichkeit ist der Schlüssel für vertrauensvolle und tiefe Verbindungen und aus meiner Sicht der wichtige Klebstoff für eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Wenn wir uns zeigen, wie wir sind, mit uns selbst in guter Verbindung stehen, klar und ehrlich das zulassen, was gerade ist, werden wir auch beruflich eine ganz andere Atmosphäre, ein echtes Vertrauen und ein erhebliches Wachstum erleben. Unsere Ausstrahlung wird sich ändern. Echtes Charisma kann so entstehen!


Am Ende wollen wir alle gesehen und gehört werden und uns dazugehörig fühlen.


Führungskräfte haben hier eine entscheidende Schlüsselrolle, die vieles in die Veränderung bringen, wenn sie ihre Position als Vorbild auf dem Weg durch das unbekannte Terrain erkennen und annehmen.


 

 

Coaching bietet hier eine ideale Unterstützung, um entweder die ersten Schritte in Sachen Konfliktbewältigung und Analyse der eigenen Reaktionsstrukturen zu machen oder direkt neue Kompetenzen zu implementieren, die alle Beteiligten befähigen und ermächtigen mit entsprechenden Situationen in Beziehungen gut und sicher umgehen zu lernen. Eine andere Möglichkeit ist als Mediator bzw. Beobachter ein neutrales Bild der herrschenden Beziehungsmuster der Abteilung bzw. im Unternehmen zu skizzieren und darüber Einsichten und Handlungsempfehlungen an die Entscheidungsträger zu geben.

Ganz im Vertrauen, dass sich das Bestmögliche entwickeln und implementieren darf.


 

Coaching kann dich bei der Bewältigung anstehender Herausforderungen in jeder Phase zielgerichtet unterstützen - intern im Team oder auch als Führungskraft im Unternehmen. Lass uns gemeinsam erarbeiten, wie ich dich und dein Anliegen optimal begleiten und individuell unterstützen kann.


Kontaktiere mich gerne, um deine Anliegen zu besprechen

Nicole Dildei Coaching

+49 157 58 267 427




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